Blockchain und Immobilien: Das müssen Sie wissen!

2. November 2021  
News & Trends

Inzwischen dürfte der Begriff der Blockchain für die meisten längst kein Fremdwort mehr darstellen – schließlich ist die neue Technologie nicht nur aufgrund des anhaltenden Bitcoin-Booms in aller Munde. Somit hat sich auch herumgesprochen, dass sie darüber hinaus in vielen weiteren Wirtschaftszweigen erfolgreich Anwendung findet und in immer mehr Betrieben eingesetzt wird.

Natürlich geht das nicht von heute auf morgen, sondern ist mit einem sehr aufwendigen, teuren und auch riskanten Prozess verbunden, da es in vielerlei Hinsicht einfach noch zu wenige Erfahrungswerte gibt und sich dieser Zukunftstrend noch in den Kinderschuhen befindet. Gute Erfolge und deutlich vereinfachte sowie transparente Abläufe lassen sich aufgrund von Blockchain-basierten Systemen aber beispielsweise heute schon in der Energiebranche, im Verkehrs- und Lagerwesen sowie bei Lieferketten für die Nahrungsmittelherstellung und -versorgung feststellen.

Auf dem Prüfstand

Auch für den öffentlichen Sektor sowie den Gesundheitsbereich laufen schon viele Pilotprojekte. Hiermit soll überprüft werden, inwiefern die Anwendung der Blockchain-Technologie auch dort fortan funktionieren kann und welche Herausforderungen sie mit sich

bringt. Relativ neu in den Fokus gerückt ist bei diesen Zukunftsüberlegungen die Immobilienbranche. Auch hier sehen Experten immense Vorteile, die sich theoretisch nutzen lassen könnten. Unter anderem beim Thema Investments.

Wenn Sie sich bereits beste Trading Plattformen im Vergleich ansehen und allgemein für moderne Geldanlagen offen sind, wissen Sie sicher, dass schon heute viele Vermögenswerte mit Kryptowährungen erstanden und gehandelt werden können. Könnte das bald auch für Immobilienbeteiligungen denkbar werden? Und welche Vorteile würde die Blockchain darüber hinaus für die Branche bedeuten?

Wie funktioniert die Blockchain-Technologie eigentlich?

Vereinfacht gesagt, handelt es sich bei der Blockchain um eine extrem leistungsfähige, dezentrale Datenbank im Internet, in der digitale Transaktionen mit Hilfe von komplexen Verschlüsselungen unwiderruflich gespeichert werden. Dadurch entfällt automatisch eine verantwortliche Kontrollinstanz oder ein Mittelsmann, alle Mitglieder überprüfen sich kontinuierlich gegenseitig und garantieren so auch die Verwaltung des kompletten Systems.

Die auf diese Art hinterlegten Aufzeichnungen sind zum einen so transparent wie nur möglich. Dadurch entsteht ein großer Vertrauensvorsprung, denn häufig kennen sich die Akteure nicht persönlich, die über die Blockchain miteinander in Beziehung treten. Zum anderen sind sie aber obendrein auch extrem sicher, denn aufgrund der Verschlüsselung kann keine Manipulation an der Blockchain erfolgen. Doch nicht nur das – auch vor kriminellen Übergriffen ist die Technologie damit gefeit. Tatsächlich wurde bis zum heutigen Tag weltweit noch keine Blockchain gehackt.

Blockchain sorgt für Transparenz

Dank der chronologischen, absolut lückenlosen Dokumentation wird für alle einsehbar, wer zu welchem Zeitpunkt welche Aktion vorgenommen hat. So lässt sich beispielsweise auch nachvollziehen, von welchem Anbaubetrieb welches Lebensmittel stammt und über welche Stationen es letztlich zum Endziel befördert wurde. Damit ist die Blockchain also auch sehr betrugssicher, was gerade bei den horrenden Summen von Bedeutung ist, um die es auf dem Immobilienmarkt geht.

Die Aktualisierung der Blockchain passiert zudem in Echtzeit, was eine enorme Zeitersparnis bedeutet und die Technologie so effizient wie nur möglich macht.

Welche Vorzüge bedeutet das für die Immobilienbranche?

Die ausgesprochen positiven Merkmale der Blockchain sind demnach, dass durch sie Schnelligkeit und Transparenz in Abläufen realisiert sowie Vertrauen geschaffen werden kann. Konkret wären damit die folgenden Veränderungen für das Immobiliengeschäft vorstellbar:

  • Abgesicherte Zahlungsvorgänge: Dieser Punkt ist von entscheidender Bedeutung, wenn es um die Finanzierung durch Banken und Investoren geht, die nicht nur nachprüfen können, wie ihre Mittel eingesetzt werden, sondern auch sicherstellen, dass kein Missbrauch geschieht. Das komplette Management von internationalen Immobilienportfolios würde dadurch revolutioniert
  • Digitale Eigentumsübertragung: Der bürokratische Aufwand von Grundbucheinträgen, notariellen Beurkundungen und dergleichen würde komplett auf die Blockchain verlagert. Dort lassen sich die Eigentumsverhältnisse im dezentralen Netzwerk festhalten, welches damit die Funktion eines weltweit nutzbaren Registers übernimmt. Der Kauf und Verkauf von Immobilien oder auch nur Anteilen davon könnte damit überspitzt gesagt per Mausklick erfolgen und würde ohne Verzögerung stattfinden, weil keine Dritten mehr in diese Vorgänge eingebunden wären. Auch die Anzahlungen von Eigenkapital und das Hinterlegen von Sicherheiten über die Blockchain könnte vieles einsehbarer und unkomplizierter machen.
  • Kontrolle der Planungs- und Bauphase neuer Immobilien von Anfang an: Dank der Blockchain wäre leicht überblickbar, wie die einzelnen Dienstleister im Zeitplan stehen, ob die Kalkulationen stimmen, etc. Und auch jede einzelne Transaktion von Material- und Personalkosten könnte transparent vermerkt werden.
  • Umstellung auf Smart Contracts: Dadurch lassen sich beispielsweise auch die Mietverhältnisse in bereits bestehenden Immobilien festhalten und die monatlichen Zahlungen bis hin zur Nebenkostenabrechnung komplett über die Blockchain lösen.
  • Blockchain-basierte Energieversorgung der Immobilien: Bei Gebäuden, die aufgrund von Solar- oder Fotovoltaikanlagen Strom ins Netz einspeisen können, würde Produktion und Eigenverbrauch dokumentiert, bei den reinen Konsumenten eben die erfolgte Energienutzung. Gerade für größere Wohnparks, Shopping Malls oder sonstige Komplexe mit verschiedenen Eigentümern könnte das sehr interessant sein.

Mit welchem Szenario ist also zu rechnen?

Es ist wichtig zu verstehen, dass es sich bei der Blockchain um eine völlig unabhängige Technologie handelt und nicht lediglich nur eine hochmoderne Software, mit der man bereits existierende Strukturen einfach digitalisieren und zukunftsfähiger machen kann. Insofern hängen wesentlich weitreichendere Entscheidungen mit der grundlegenden Umrüstung einer kompletten Branche zusammen.

Es dürften daher sehr spannende Zeiten anbrechen, auch in anderen Branchen, in denen beispielsweise die Bezahlung per digitaler Token in immer greifbarere Nähe rückt. Somit ist es empfehlenswert, auch weiterhin über die Entwicklung in Sachen Blockchain bestens informiert zu bleiben.

Vor allen Dingen gilt es für die Blockchain-Profis nun einzuschätzen, an welchen Stellen sich die Umstellung definitiv auch finanziell auf lange Sicht rechnet und wie die damit verbundene ökologische Herausforderung gemeistert werden kann. Schließlich erzeugt jede Blockchain – nicht nur jene für den Bitcoin – durch die nonstop laufenden Serveranlagen auch einen erheblichen Stromverbrauch und in der Folge große Mengen an CO₂-Ausstoß.

Um diesen aufzuwiegen, müssen sich die Modelle also unterm Strich mehr als ausreichend bewähren. Zudem bringt vor allem die anfängliche Umstellung auf dieses Hightech-Modell logischerweise immense Investitionen und Unsicherheiten mit sich, die sich ebenfalls lohnen müssen. Da der sogenannte Immobilien-Token trotz all dieser Widrigkeiten bereits für künftige Investments im Gespräch ist, sollte womöglich gar nicht mehr die Frage gestellt werden, ob die Immobilienbranche wirklich bereit ist, diese großen Umstellungsschritte zu gehen. Sondern vielmehr, ob sie es denn überhaupt noch in der Hand hat, sich dieser Entwicklung zu widersetzen.

 


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